Separate Ways
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Das Knirschen des Schnees unter seinen Stiefeln ließ das Mädchen aus ihren Gedanken hochschrecken. Sie warf vorsichtig einen Blick über ihre schmalen Schultern und ein entspannendes Seufzen glitt über ihre blutroten Lippen. "Ach... du bist es. Du hast mich erschreckt", hauchte sie leise in den zarten Winterwind. Der junge Mann lächelte sie an und weckte damit das Verlangen in ihr ihn zu umarmen, zu küssen, zu lieben. Doch sie tat es nicht, sie blieb wie versteinert stehen und blickte ihn an, diesen Engel. "Ma chère. Bist du schläfrig? Du siehst müde aus, meine Liebste, mein Engel, mein Schatz...", flüsterte er, diese Stimme, diese Worte! Es verstärkte ihr Verlangen nur noch mehr, sie musste sich zurückhalten. "Ja, Liebster...", seufzte sie zart und warf ihrem Engel die sehnsüchtigsten, verlangesten Blicke zu. Und wieder glitt dieses unwidersttehliche, engelsgleiche, wunderschöne Lächeln über seine Lippen, er breitete die Arme aus und sie ließ sich in sie fallen. Er fing sie auf, umschlung sie und sie, sie grub ihr Gesicht in seinen Mantel und genoß seine Nähe. Er streich zärtlich über ihre weiße Wange, küsste ihre Stirn. "Du Schönste aller Schönen..."

by asgath
Alice am 10.12.05 13:40


Es war mitten in der Nacht. Der Mond schien hell durch das Fenster ihres Zimmers. Seit Stunden schon, lag sie unruhig in ihrem Bett. Es nützte nichts, sie würde diese Nacht nicht mehr einschlafen können. Langsam setzte sie sich auf und tastete nach dem Lichtschalter der kleinen Lampe auf ihrem Nachttisch. Einen Moment lag kniff sie die Augen, die sich erst an das plötzliche Licht gewöhnen mussten, zusammen. Dann lies sie ihren Blick langsam durchs Zimmer schweifen. Ein grosser schwarzer Stuhl, daneben ein kleiner Tisch, die Bilder an der Wand, das Bücherregal. Ob sie vielleicht etwas lesen sollte? Nein, es würde nichts nützen. Seit Tagen konnte sie nichts ablenken, von diesen Gedanken die in ihrem Kopf hin und her sprangen und sie beinahe wahnsinnig machten. Diese Gedanken, die sie auch Heute Nacht wach hielten. Langsam stand sie auf und ging zum Fenster. Dank des hellen Mondlichts konnte sie genau alle Umrisse der Häuser und Gärten ihrer Nachbarschaft erkennen. Ihr Blick fiel auf ein Haus, dass etwas weiter weg war, als die anderen und vor dem eine Strassenlampe stand. Sie erinnerte sich, wie sie dieses Haus im letzten Winter regelmässig beobachtet hatte. Sie war von den Schneeflocken fasziniert gewesen, die durch das Licht der Strassenlampe so schön aussahen. Sie seufzte. Mit einer kurzen Bewegung zog sie rasch das Band aus ihrem Haar, welches sie vor dem Zubettgehen sorgfältig zusammengebunden hatte, und liess es über ihren Rücken fallen. Da sie so wieso nicht schlafen würde, konnten die Haare ruhig offen sein. Sie ging etwas im Zimmer umher, bis sie wieder vor ihrem Bett stand und sich darauf nieder liess. In einer Ecke des Bettes kauernd, starrte sie vor sich hin. Gleich würde es wieder kommen, dieses Gefühl. Diese Lehre. Sie spürte es schon länger. Aber wollte sie schon wieder darüber nachdenken? Nein.. sie würde sich weigern. Sie musste doch bloss etwas von ähnlich grosser Bedeutung finden, worüber sie hätte nachdenken können. Gab es denn so was überhaupt? Eigentlich kannte sie die Antwort. Nein, es gab nichts vergleichbares. Nichts, was diesem Gefühl in irgendeiner Weise an Schmerz, an Sehnsucht, nahe kam. Sie wollte aufstehen, zum Fenster rennen, es aufreissen und nach ihm rufen. So laut sie konnte, rufen. Doch würde er sie hören? Er hörte sie ja nie, nicht wenn sie in Gedanken zu ihm sprach und nicht, wenn sie leise vor sich hin wimmert. Verzweiflung überkam sie. Warum.. warum nur hörte er sie nicht? So lange wartete sie doch schon. Sollte sie vielleicht noch einmal so lange warten, bis er endlich zu ihr kam? Sie bildete sich schon regelmässig ein, seine Anwesenheit zu spüren, seinen Geruch wahrzunehmen, oder zu fühlen, wie sein sanftes, schwarzes Haar zufällig ihre Wange streifte. Sie sehnte sich nach ihm, wie sie sich zuvor noch nie nach jemandem gesehnt hatte. Kraftlos sank sie plötzlich auf ihrem Bett zusammen. Ihr langes Haar verteilte sich auf der Decke und tränen liefen über ihr Gesicht. Sie begann zu zittern, jeder Versuch langsam und regelmässig zu Atmen scheiterte. Sie zog ihre Beine an und schlang die Arme um ihre zitternden Knie. Eingerollt lag sie auf dem Bett und sie fühlte sich furchtbar erbärmlich und hilflos.
Alice am 10.12.05 13:38


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